Heimweh // Marc Raabe

Marc Raabe ist ein deutscher Autor und Heimweh ein Psychothriller der in den deutschen Städten Berlin und Garmisch Patenkirchen spielt. Genau deshalb war ich sehr gespannt auf das Buch, denn zuvor habe ich nie ein Buch eines deutsches Autors gelesen, geschweige denn eine Geschichte, die in Deutschland und dann auch noch in mir bekannten Städten spielt. Der Klappentext hörte sich für mich sehr verlockend an – ein entführtes kleines Mädchen namens Isa, eine ermordete Ex-Frau und eine Vergangenheit in einem Kinderheim, ließen auf eine unheimliche Geschichte und einen wirklichen Psychothriller hoffen.

Heimweh.

  • Autor: Marc Raabe
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch (8. Juni 2015)
  • Broschiert: 432 Seiten
  • Amazon 14,99€*

Sie gehört dir nicht. Du musst sie vergessen.

Jesse Berg ist ein erfolgreicher Kinderarzt. Frisch geschieden, kümmert er sich liebevoll um seine kleine Tochter Isa. Über die Vergangenheit spricht er nicht. Bis plötzlich seine Exfrau ermordet und seine Tochter entführt wird. Der Täter hinterlässt Berg eine Nachricht: Sie gehört dir nicht. Du musst sie vergessen.

Um Isa zu finden, kehrt Berg zurück ins Heim Adlershof, hinter dessen Mauern ein düsteres Geheimnis begraben ist. Ein Geheimnis, das ihn in seiner Jugend beinahe das Leben gekostet hätte. Doch für Isa würde er alles tun. Auch ein zweites Mal durch die Hölle gehen.

Lieblingszitat.

Ab heute war er Raphael. Ab heute war er der Bessere.

Ein Psychothriller durch und durch.

Von Anfang an zog mich das Buch in seinen Bann, nicht zuletzt weil mir die Hauptfigur, Jesse Berg, sehr sympathisch war, sondern vor allem weil ich seine Vergangenheit und den Zusammenhang zwischen dem Mord, der Entführung und dem Heim Adlershof endlich auf die Spur kommen wollte. Obwohl mich das Buch in seinen Bann zog und ich es kaum aus der Hand legen wollte, kamen die Geschehnisse zu Beginn der Geschichte erst schleppend ins Rollen. Oftmals tauchten Personen auf und Handlungen passierten die ich nicht so recht zuordnen und verstehen konnte. Zudem springt das Buch auch noch in zwei verschiedenen Zeiten und drei verschiedenen Orten, was das Verständnis zu Beginn noch etwas mehr auf die Probe stellt. Doch dann, ganz plötzlich überschlagen sich die Ereignisse, bis man selber gar nicht mehr weiß, wer denn nun hier der Gute und wer der Böse ist. Vermutungen werden angestellt, es wird von einer Persönlichkeitsstörung gesprochen, die Jesse betreffen soll und ganz urplötzlich befindet man sich in einem Gewirr aus Lügen und der nachher sehr klaren Wahrheit, die einen in den letzten 200 Seiten wie einen Schlag trifft. Vermutet habe ich es schon auf der Hälfte des Buches, doch diese Persönlichkeitsstörung ließ mich bis zuletzt doch sehr an meiner Annahme zweifeln. Ein bisschen stolz war ich dann zum Schluss, dass ich doch die ganze Zeit gewusst hatte, wer der Entführer von Isa und der Mörder von Sandra und vieler anderer Protagonisten war. Aber mit der Annahme, dass es Jesse gewesen sein könnte, lag ich auch nicht so ganz daneben.

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