KaninchenWissen: Ernährung

Die richtige Ernährung sollte nicht nur bei uns Menschen ein wichtiges Thema sein. Jeder, der ein Tier besitzt, sollte sich vor dessen Anschaffung einmal mit der Thematik der richtigen Ernährung beschäftigt haben. Natürlich muss man hier alle Informationen, die man irgendwo im www findet, mit Vorsicht genießen. Meistens ist man mit Ratgebern im Buchformat auf der sicheren Seite, dennoch kann man sich ruhig im Internet auf den richtigen Seiten informieren. Unsere Kaninchen-Zwerge leben nun seit vier Monaten bei uns & in dieser Zeit habe ich mich viel mit deren Ernährung auseinander gesetzt – meine Erfahrungen möchte ich heute mit dir teilen.

Was ich von Trockenfutter halte.

Da wir für die Zwei einen gebrauchten Stall gekauft hatten, bei dem noch einiges an Trockenfutter dabei war & die beiden es von ihrer Züchterin gewohnt waren, gab es in der ersten Zeit eben noch dieses Futter. Zwischendurch war ich in einem Fachmarkt bei uns um die Ecke & habe mich über Trockenfutter informiert. Mittlerweile gibt es auch hier Futter ohne diverse Zusätze, allerdings wurde mir empfohlen, dass Kaninchen KEIN TROCKENFUTTER BENÖTIGEN, wenn sie ausreichend Nährstoffe über Heu, Gemüse und Co. bekämen.

Für mich klang das mehr als logisch & nach mehreren Recherchen im Internet bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich meine Zwerge von dem Trockenfutter weg bekommen möchte. Mir ging es dabei vor allem um die vielen Zusätze die in den meisten Futtermitteln stecken und die ich meinen Zwergen nicht antun möchte. So habe ich Ellie & Finn vom Trockenfutter quasi langsam entwöhnt – sie bekamen einfach jeden Tag ein bisschen weniger, bis sie schließlich gar nichts mehr an Trockenfutter bekamen.

Ganz wichtig: Heu!

Mit das wichtigste Futtermittel bei Kaninchen ist und bleibt Heu! Sie brauchen dies in einer ausreichenden Menge & es muss dafür gesorgt sein, dass sie quasi IMMER welches in ihrem Gehege finden. Deshalb fülle ich ihren Heuvorrat kurz vor dem Schlafen gehen nochmal auf. Und auch nach dem Aufstehen schaue ich als erstes nach ihrem Heu.

Wieso brauchen Kaninchen so viel Heu?, fragst du dich jetzt vielleicht. Weil es ihrer natürlichen Ernährung am ähnlichsten ist. Kaninchen fressen in der freien Natur Wildgras und – Kräuter. Da wir ihnen dies, aber meist nicht bieten können, ist Heu die beste Alternative die sie bekommen können. Dabei solltest du aber auch die Wahl des richtigen Heus beachten & dich mit den Bestandteilen auseinander setzen.

Grünzeug: Vor allem Gemüse!

Kaninchen sind reine Pflanzenfresser und brauchen deshalb auch täglich ausreichend Grünzeug. Meine Zwerge bekommen deshalb morgens und abends eine gemischte Schale Grünzeug. Aber Achtung: Kaninchen haben einen überaus empfindlichen Magen, weshalb man sie sich an jedes Futtermittel langsam gewöhnen sollten!

  • Zucchini // Ellie & Finn bekommen täglich Zucchini zu fressen. Dabei wasche ich sie gründlich ab und schneide sie in kleine Würfel. Bei meinen Zwergen hat das leider auch viel mit Futterneid zu tun, weshalb ich das Gemüse immer in möglichst viele kleine Würfel schneide. Zucchini sollte man langsam anfüttern. Sie hat einen hohen Mineralstoffgehalt und ist leicht zu verdauen.
  • Möhren // Möhren sind sehr Vitamin- & Mineralstoffreich & außerdem noch reich an Kalorien. Auch hier bekommen meine Zwerge täglich frische Würfel geschnitten. Außerdem könnten sie, neben Heu, Möhren eigentlich den ganzen Tag über fressen – die lieben die Zwei einfach abgöttisch!
  • Äpfel // In kleinen Mengen dürfen Äpfel ebenfalls täglich gefüttert werden. Sie sind ebenfalls reich an Mineralstoffen und gut verträglich. Ellie & Finn bekommen, im Gegensatz zu Zuchhini und Möhren, immer nur eine sehr kleine Menge an Apfelstückchen.
  • Haselnuss // Freunde von uns haben einen Haselnuss-Baum in ihrem Garten stehen, weshalb unsere Kaninchen-Zwerge des Öfteren in den Genuss der Äste und Blätter kommen dürfen. Die Äste fördern zum Beispiel den Abrieb der Schneidezähne.
  • Löwenzahn // Löwenzahn fressen die Zwerge meist nur, wenn sie bei den Schwiegereltern zu Besuch sind und ihr Gehege hier auf dem Rasen steht. Den Löwenzahn haben sie allerdings binnen weniger Stunden schon weggeknabbert.

Wasser.

Neben Heu ist es natürlich auch wichtig, dass Kaninchen immer möglichst frisches Wasser zur Verfügung haben. Ich habe selber erst vor Kurzem gelernt, dass man von Trinkflaschen absehen sollte, da diese für die Kaninchen eine unnatürliche Kopfhaltung hervorrufen. Man sollte ihnen daher eher Schüsseln mit Wasser anbieten, da sie in freier Wildbahn auch eher aus Pfützen und Bächen trinken – ihre Kopfhaltung hier also natürlicherweise eher nach unten geht.

Eine für mich sehr hilfreiche Seite mit vielen Informationen rund um das Kaninchen ist sweetrabbits. Hier habe ich mir das meiste Kaninchenwissen angeeignet.

Achtest du bei deinem Tier auf eine möglichst ausgewogene, gesunde Ernährung?

8 Comments

  1. Bei der Tierhaltung ist mir die richtige Fütterung auch immer total wichtig, weswegen ich es toll finde, dass du dich so umfassend informiert hast.

    Meine Mama gibt ihren Kaninchen auch immer Heu zur freien Verfügung, dazu bekommen sie Gemüseabschnitte vom Kochen, aber auch sonst jegliches Gemüse, sodass sie da viel Abwechslung bekommen. Gekauftes Trockenfutter gibt es eigentlich bei uns nicht, höchstens Gerste, falls ein Kaninchen gerade Babys bekommen hat.

    Ansonsten pflücken wir im Feld immer Gras für die Kaninchen. Die essen ja nicht nur Löwenzahn 🙂

    Liebe Grüße

    1. Meine Zwerge fressen nicht so gerne Gras 😀 das sieht man immer ganz gut, denn das lassen die beiden wirklich immer so gut wie stehen. Aber den Löwenzahn fressen die dafür direkt komplett ab – da müssen meine Schwiegereltern den Käfig fast täglich umsetzen 😀

  2. Richtig schön zu lesen wie Du Dich um die richtige Ernährung kümmerst!

    Wir haben uns auch gleich zu Anfang mit dem Thema auseinander gesetzt und uns war es auch wichtig, dass die Kaninchen kein Trockenfutter bekommen. Bei uns gibt es einmal täglich eine ordentliche Portion Salat, frisches Gemüse und Kräuter. Das Heu holen wir immer bei uns im Fressnapf. Die haben frisches Heu vom örtlichen Bauer. Das ist auch nicht gepresst und mögen unsere beiden viel lieber.

    Möhren füttern wir allerdings nicht so viele. Das sind kleine Dickmacher für Kaninchen und auch Obst sollte man nicht in Übermengen füttern. Zucchini und Gurke mögen unsere beiden zum Beispiel gar nicht. Aber wir füttern z.B. auch frischen Salat.

    Als Leckerli gibt es bei uns Leinensamen. Der ist gut für die Verdauung der Kaninchen und sie mögen ihn richtig gerne. Leider haben wir mit unserer kleinen Paula ca. einmal jährlich einen Tierarztpraxisnotfall. Erstes Anzeichen dafür ist für uns immer, wenn sie im Kaninchenstall sitzt, sich komisch hinlegt und nichts frisst. Dann heißt es bei uns immer schon „Alarmstufe rot“ und das Tierarztköfferchen wird gepackt. Bei Paula hilft da leider immer nur eine krampflösende Spritze. Bei Löwenköpfchen hab ich das leider jetzt schon öfter gehört und das passiert relativ häufig in der Zeit des Fellwechsels… 🙁

    Welche Rasse sind denn Deine beiden Zwergnasen?

    Viele Grüße, Yvonne

    1. Vielen lieben Dank für deinen Kommentar – es freut mich total, dass ich mich mit dir austauschen kann!

      Das Möhren Dickmacker sind, höre ich gerade zum ersten Mal, aber irgendwie habe ich da instinktiv anscheinend drauf geachtet, denn die beiden bekommen wirklich immer eine relativ kleine Portion Möhren und vom Rest dann etwas mehr 🙂 Deren Gewicht beobachte ich aber immer wöchentlich und bisher bewegen sich die Zwei im Normalbereich.

      ach herrje, Tierarztbesuche stehen demnächst mit unserem Finn an, da wir ihn kastrieren lassen, wenn die Zwei einmal Junge bekommen haben 🙂

      puh, also Ellie und Finn sind Mischlinge, da die Mama definitiv ein Löwenkopf war, der Papa aber irgendwas anderes 🙁 der Löwenkopf kommt bei Ellie auch deutlich durch, Finn dagegen ist auf dem Rücken ein wenig gelockt 😀

      Ganz liebe Grüße, Aileen

      1. Also keine Sorge – Möhren bekommen unsere beiden auch täglich. Aber eben in kleinen Mengen 🙂

        Oh wie schön! Die beiden sollen Junge bekommen! Wir haben damals unseren Merlin gleich mit 12 Wochen kastrieren lassen. Ich kann mir vorstellen, dass es nicht ganz so einfach für die Häsin ist, wenn sie einmal Junge bekommt und dann nie wieder. Bei unseren beiden wäre eine Kreuzung auch nicht so vorteilhaft gewesen. Merlin ist als Zwergwidder mit Schlappohren ja ein ganz schöner Brummer und Paula ist ein zierliches Löwenköpfchen.

        Aber Tierarztbesuche stehen bei uns regelmäßig an. Zur Impfung und auch immer wieder Krallenschneiden – da trauen wir uns persönlich einfach nicht dran 🙁

        Liebe Grüße, Yvonne

  3. Toller Post mit interessanten Infos!
    Ich habe keine Kaninchen, aber bei meinem Hund achte ich auch auf artgerechte Ernährung (Barf).
    Ich habe auch festgestellt, dass viele Menschen sich nicht viele Gedanken zur Ernährung ihrer Tiere machen. Wenn im Tiergeschäft zu Trockenfutter geraten wird, kaufen es viele auch einfach. Die Futtermittelindustrie macht ja leider auch einen guten Marketingjob 😉
    Dabei ist es letztendlich egal um welche Tierart es geht, Trockenfutter steht bei keinem „wilden“ Tier auf der Ernährungsliste 😉
    Liebe Grüße
    Anja

    1. Meine Eltern haben auch einen Hund, denn sie barfen – das wurde uns auch damals von der Züchterin empfohlen 🙂

      Ich finde es immer schade, wenn Menschen sich Tiere anschaffen und sich mit deren Ernährung oder Haltung einfach nicht auseinander setzen. Das ist für mich unverantwortlich und auch einfach traurig.

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