Ein ganzes halbes Jahr | Buch&Film // Jojo Moyes

Wenn Bücher verfilmt werden, dann ist es für viele Leseratten ein großes Desaster. Das beste Beispiel ist meiner Meinung nach gerade Game of Thrones, denn dort stimmen Buch und Serie gerade mal so überhaupt nicht mehr überein – eine Katastrophe. Doch oft ist es so, dass der Film nur 120 Minuten lang sein darf und somit wird alles gekürzt, was dem Produzenten keine Zuschauer bringt. Oder aber, die Handlung wird für den Zuschauer noch schön gepusht, es gibt mehr Tote als im Buch, mehr Affären als im Buch und überhaupt ist die Handlung einfach total überspitzt, wieder einmal ganz anders als im Buch. Ein ganzes halbes Jahr wurde nun also auch verfilmt und ich habe mir am Montag angeschaut, ob die Verfilmung von Lou & Will ebenso überspitzt und völlig am Buch vorbei ist. Und ich kann euch hier schon einmal verraten – der Film ist herzzerreißend, wie das Buch.

Lou & Will.

Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt.

Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will. Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird.

Eine Frau und ein Mann.
Eine Liebesgeschichte, anders als alle anderen.
Die Liebesgeschichte von Lou und Will.

Lieblingszitat.

Lebe einfach. In Liebe, Will.

Mein persönlicher Sommerroman.

Lou & Will könnten verschiedener nicht sein. Louisa Clark, eine 26-Jährige junge Frau, die seit 6 Jahren in dem gleichen Café arbeitet, mit dem gleichen Mann zusammen ist und seit ihrer Geburt in dem gleichen Dorf bei ihrer Familie wohnt, beschäftigt nichts weiter und scheint mit ihrem Leben zufrieden zu sein. Bis zu ihrer Kündigung, mit der ihr Leben eine Kehrtwende erwartet. Will Traynor dagegen ist ein aufstrebender junger Geschäftsmann, mit einer äußerst attraktiven Freundin, ohne Geldsorgen und einem Leben geprägt von Reisen und Abenteuern. Bis zum Tag seines Unfalls, an dem ihn ein Motorradfahrer erwischt und ihn gelähmt in einen Rollstuhl befördert.

Lou`s und Will`s Liebesgeschichte ist keine gewöhnliche. Zunächst könnte man sich über eine Liebesgeschichte a la Schnulze freuen, doch weit gefehlt. Die Geschichte von Lou und Will findet nicht nur unter erschwerten Bedingungen statt, sie behandelt auch noch Themen wie Behinderung, Krankheit und den Freitod, aber auch der Lust am Leben.

Man begleitet Louisa Clark auf dem Weg zu einem neuen Ich und wird dabei von ihrer warmherzigen und witzigen Art förmlich überrannt. Durch die immer mal wieder vorkommende Ich-Erzählung fühlt man sich förmlich an Lou`s Seite und entwickelt eine Beziehung zu ihr, ganz so, als würde man sie persönlich kennen.

Jojo Moyes versteht es ihre Leser an ihre Geschichte zu fesseln. Durch witzige aber auch ernstgemeinte Passagen möchte man das Buch kaum mehr aus der Hand legen und auch wenn man vor dem vermeintlichen Ende Angst hat, vor einem Finale, das einem womöglich nicht gefällt, so muss man es doch gelesen haben.

Buch & Film.

Mit Emilia Clark und Sam Claflin bekommen Lou und Will zwei unglaubliche Schauspieler an ihre Seite. Emilia Clark verkörpert die quirlige Lou und ich muss sagen, so habe ich mir Lou immer vorgestellt. Niedlich, bildhübsch, aber etwas tollpatschig und mit einem einzigartigen, manchmal etwas flippigen Modegeschmack. Sam Claflin dürfte die Rolle des Will Traynor übernehmen, was gewiss keine leichte Aufgabe war. Doch ich finde, dass er Will unglaublich authentisch rüber bringt. Seine mürrische und sarkastische Art zu Beginn, die dann später in etwas liebevolles und neugieriges gegenüber Lou übergeht. Aber auch Will`s Tetraplegie wird von Sam Claflin überzeugend verkörpert, so dass man als Außenstehender und Laie nach empfinden kann, wie sich eine solche Querschnittslähmung auf das Leben auswirkt und welche Schatten es birgt.

Abgesehen von den wunderbaren Schauspielern sind auch viele Szenen , Handlungen und Plätze aus dem Buch im Film authentisch übernommen worden. An vielen Stellen im Film, erinnere ich mich auch an die Stelle im Buch und konnte im Kopf förmlich mitlesen.

Natürlich kann man ein Buch kaum Seite für Seite verfilmen, so wurden einige Passagen raus genommen und andere dafür etwas erweitert. Jedoch finde ich, dass der Film dem Buch würdig ist. Ich war sehr erstaunt wie authentisch der Film doch ist und vor allem aber, wie nah er am Buch stattfand. Vor allem auch die Schlussszene, in der Lou im französischen Café in Paris sitzt und Will`s Brief liest – beim Lesen des Buches, habe ich mir die Szene wirklich genau so vorgestellt, vor allem Lou`s glückliches, aber auch zugleich trauriges Gesicht hat mich im Film nochmals zu Tränen gerührt.

Trennlinie

Ein ganzes halbes Jahr.

    • Autor: Jojo Moyes
    • Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: 7 (24. September 2015)
    • Taschenbuch: 544 Seiten
    • Amazon 9,99€*

 

Nimm mich mit auf Pinterest ↓

6 Comments

  1. Hab ich auch sehr gern gelesen. Und natürlich geheult wie ein Baby, vor allem am Schluss. Freue mich deshalb auch schon sehr auf den Film, den muss ich noch unbedingt anschauen, finde die Besetzung nämlich sehr gut gewählt.

    Liebe Grüße
    Bonny

  2. Herzlichen Glückwunsch zu deinem neuen Blog😊 Als Leseratte freue ich mich immer über neue Buchblogs! Gefällt mir auf den ersten Blick richtig gut hier, da komme ich gerne nochmal öfters vorbei. Ein ganzes halbes Jahr habe ich auch gelesen und war zu Tränen gerührt. Oft! Normalerweise schaue ich mir die Filme zu tollen Büchern nur ungerne an. Aber nach deine Rezensionen freue ich mich jetzt richtig auf den Film.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.